Welches Stylingprodukt ist das Beste? Pomade oder Haargel? Irgendein anderer Schmierkram? Du sitzt also da und fragst dich: „Was erwarte ich von einem Stylingprodukt und welches ist das richtige für mich?“ Dann ist erstmal wichtig, welchen Stil Du haben möchtest. In diesem Vergleich von Stylingprodukten werde ich die verschiedenen Arten von Haarprodukten unter die Lupe nehmen.

Ein Produkt können wir sofort vom Tisch fegen:

Pomade oder Haargel? Die Vorteile bei der Verwendung von Haarpomade im Gegensatz zu Haargel

Standard Haargels aus dem Supermarkt, dem Laden um die Ecke oder auch aus dem Friseursalon sind unglaublich ungesund für die Haare. Haargel härtet nach dem Auftragen aus, wodurch die Haare spröde und hart werden. Natürlich ist das erst einmal der Sinn und Zweck bei der Verwendung von Stylingprodukten: Das Haar soll fest werden und die schmucke Frise soll den ganzen Tag halten.

Pomaden machen prinzipiell das Gleiche. Am Ende ist das Ergebnis das gleiche wie beim Gel, die Feuchtigkeit aus dem Produkt verdunstet und das gute Zeug hält Deine Haare an Ort und Stelle. Eine gute Pomade erreicht dies jedoch ohne Alkohol. Alkohol ist schlecht für deine Haare und deine Haut. Das willst du nicht haben. Haargel trocknet deine Haare aus. Das ist schlecht. Es trocknet und schädigt die Haut am Kopf und hinterlässt unerwünschte Flocken. Das ist schlecht und ekelhaft. Es kann Juckreiz und Schmerzen verursachen. Das ist wirklich schlimm. Du willst nichts davon.

Kauf Dir eine schöne Haarpomade oder auch viele unterschiedliche und leg eine kleine Sammlung an. Gut für Dich, gut für die Haare, gut für’s Badezimmer.

Verwende kein Haargel. Haargel ist Scheiße!

Zuerst: Was ist eigentlich Pomade?

Denk mal kurz zurück an die Rock ’n‘ Roll-Zeit. Elvis Presley, Marlon Brando, etwas später dann John Travolta. In die Zeit cooler, durchgestylter Rockabilly-Frisuren – Tollen, Quiffs, Pompadours. Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts war Pomade nahezu das einzige Stylingprodukt.
Entstanden ist der Begriff Pomade im 18. Jahrhundert – damals bestand sie aus Äpfeln, tierischem Fett und duftenden Kräutern. Hier rührt übrigens einerseits der Name „Pomade“ her – „pomme“ auf frz. und „pomo“ auf ital. für Apfel, andererseits spielt auch die Verpackung der Reuzel-Pomaden mit der alten Tradition, deren Dosen allesamt von einem Schwein geziert werden.
Irgendwann wurden die Rockabilly-Frisuren dann out und mit ihnen dann leider auch die Pomade als Styling-Produkt für die Haare. Heutzutage findet man bei uns die Pomade nur noch in Fachgeschäften oder im Versandhandel. In den USA hingegen erfreut sich das Produkt nach wie vor größerer Beliebtheit.

Heutzutage ist die Basis einer ölbasierten Pomade Vaseline. Hinzu kommen jede Menge Aroma- und Duftstoffe. Und um die Pomade etwas weniger fest zu machen und um deinem Pelz mehr Glanz zu spendieren werden dann Öle hinzugefügt. Oft ist das dann Kokosöl.

Warum Haarpomade verwenden?

Ganz einfach: Pomade ist wunderbar. Pomade ist cool. Du trägst sie auf und Deine Haare gehorchen. Die Anwendung ist einfach, effektiv und ohne Spielkram. Okay, es gibt auch brettharte Pomaden, die ein wenig Erfahrung erfordern, aber man muss ja nicht gleich als Einsteiger die rote DAX nehmen. Pomade gibt es schon sehr lange und das aus gutem Grund.

Im Grunde machen alle Pomaden mehr oder weniger das gleiche: Sie halten die Haare perfekt in Form, riechen fantastisch und halten den ganzen Tag.

Moderne Pomaden mit ihren Ablegern werden immer besser. Die Formeln werden immer wieder verfeinert und die Produkte sind nicht nur in der Lage, die gewünschten Ergebnisse zu liefern, sondern enthalten auch immer mehr gesunde Aspekte. Sie kommen manchmal vollgeballert mit Vitaminen, ätherischen Ölen und einer ganzen Reihe anderer guter Dinge für Deine Wolle. Moderne Pomade ist cool und preiswert.

Wenn Du mehr Geld für Deine Haarpflegeprodukte als für Deinen Haarschnitt ausgibst, machst Du was falsch. Die besten Unternehmen der Branche wissen, wie man diese Pomaden erschwinglich macht. Das ist kein Hexenwerk.

Wasserbasiert? Ölbasiert?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Es ist schon fast eine Glaubensfrage, ob man wasser- oder ölbasierte Haarpomade nimmt. Ich persönlich stehe mehr auf ölbasierte, aber dazu kommen wir noch. Alle diese Haar-Produkte werden deine Haare zu einem gewissen Grad halten und mit jeder Sorte wirst du auch in der Regel zum gewünschten Ergebnis kommen. Aber zu viel vom „falschen“ Produkt zu verwenden, ist nicht der richtige Weg und wird auf lange Sicht auch teurer. Also, erstmal verstehen, was die verschiedenen Typen sind und was sie tun.

Wasserbasierte Pomade

Eine Pomade, die auf Wasser basiert oder wasserlöslich ist, ist ein Haarprodukt, das eine Formel verwendet, die Wasser enthält. Hammer, oder? Die Einzigartigkeit ist jedoch, dass sie sowohl sehr einfach anzuwenden als auch leicht loszuwerden ist. Keine speziellen Seifen oder Shampoos sind erforderlich, um sie rauszuwaschen. Die Konsistenz ist cremig und geschmeidig, was bedeutet, dass sie leicht ins Haar eingearbeitet werden kann. Unsere Großväter hätten sich gefreut.

Die Art und Weise, wie das Produkt dann aushärtet, ist eine schöne Sache. Das Wasser in der Haarpomade verdampft und lässt das gute Zeug zurück. Das, was übrig bleibt, hält deine Haare an Ort und Stelle und lässt dich gut aussehen. Eine gute Pomade auf Wasserbasis bietet zudem einen sehr festen und starken Halt. Sie arbeiten gut mit allen Haartypen und besonders gut auf dickem oder lockigem Haar, das manchmal schwer mit anderen Arten von Produkten zu stylen ist.

Wasserbasierte Pomade (Uppercut deluxe)

Wasserbasierte Pomade (Uppercut deluxe)

Der Nachteil von wasserbasierter Haarpomade ist in meinen Augen jedoch, dass sie – ähnlich wie Haargel – aushärtet. Anderswo wird zwar behauptet, dass sie immer wieder sofort nachkämmbar sei, diese Erfahrung habe ich selber aber nicht machen können. Wasserbasierte Pomade ist zwar nicht so schlecht für die Gesundheit der Haare wie Gel, lässt sich per se aber erstmal nicht mehr nachkämmen, hier muss Wasser zum Einsatz kommen und das Haar erneut angefeuchtet werden. Dann lässt sich die Frisur neu in Form bringen, es wird aber nie wieder so geil wie beim ersten Mal.

Zwei sehr gute Beispiele für wasserbasierte Pomaden wären die Suavecito Original und die blaue Reuzel.

Verwende wasserbasierte Pomaden für:

  • Starken, lang anhaltenden Halt ohne seltsame Nebenwirkungen wie Juckreiz oder Flocken und kinderleichtes Auswaschen.
  • Für mittel bis schwer zu bändigende Matten
  • Für tighte Frisuren wie Pomps oder Slickbacks

Ölbasierte Pomade

Dies ist die gute alte Art von Haarpomade, die schon Opa unter der Mütze trug. Gibt’s schon ewig und ist aus gutem Grund immer noch sehr beliebt. Sie hat einen einzigartigen Halt und eine einzigartige Formel, die einen Look geben, den viele Leute wirklich wollen. Die Konsistenz ist glatt, oftmals ein wenig fettig und sehr glatt beim Auftragen ins Haar. Aufgrund der Tatsache, dass ölbasierte Pomade nicht trocknet wie wasserbasierte Pomade, wenn sie im Haar ist, können die Zotteln den ganzen Tag immer wieder nachgekämmt werden. Es gab einen Grund, dass die Schmierer der 50er Jahre immer einen Kamm in der Gesäßtasche hatten. Sie benutzten ihn, um ihre Frisur wieder neu in Form zu bringen. Und es war saucool. Ist es immer noch.

Ölbasierte Pomade (Murray’s Superior Hair Dressing Pomade)

Ölbasierte Pomade (Murray’s Superior Hair Dressing Pomade)

Wenn du auf der Suche nach einem Haar-Wachs-Produkt bist, das einen traditionelleren oder old-school Look gibt, dann solltest du ein Produkt auf Ölbasis verwenden.

Einige Beispiele für ölbasierte Pomaden: Murray’s Superior Light, Murray’s Superior Hair Dressing Pomade, Dapper Dan Pomade oder die DAX Wave & Groom

Verwende ölbasierte Pomaden für:

  • Einzigartige Vintage-Frisuren wie Pompadours, enge Slick-Blacks und solide Quiffs.
  • Es hat auf jeden Fall Charme, zwischendurch die Frisur mit dem Lieblingskamm nachzuziehen.
  • Ölbasierte Pomade ist aalglatt sowohl bei der Anwendung wie im Aussehen.

Matte Haarpomade (Paste)

Matte Pomaden oder auch Pasten gibt es in allen möglichen Variationen, das Hauptaugenmerk liegt hier aber darauf, zu stylen, ohne dem Haar Glanz zu verleihen. Manch einer mag diesen aalglatten oldschool-Glanz nicht – ja, soll’s geben! – und für denjenigen sind matte Pomaden. Du willst wissen, ob das was für Dich ist? Wasch alles raus, was je in Deinen Haaren war, lass sie trocknen und guck in den Spiegel. Matte Produkte neigen im allgemeinen dazu, Dir einen mittelfesten Halt zu spendieren. Viele bevorzugen diesen Halt, wenn sie eher casual-mäßig unterwegs sind. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen, die Uppercut Matt Clayoder die Layrite Cement Pomade. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel, die meisten matten Pomaden bewegen sich im mittleren Bereich, in der Dose befinden sich meist matte, trockene oder neutrale Oberflächen.

Matte Haarpomaden kommen in eher pastenartiger Form vor. Die Formel ist ein wenig trockener als das, was man von traditioneller Pomade gewöhnt ist. Diese matten Haarpastenpomaden haben im Allgemeinen einen mittleren Halt und sind perfekt für einen lockeren oder lässigeren Look. Sie sind ideal, wenn Du lässig gestylt rüberkommen willst, ohne, dass man Dir ansieht, dass Du ‘ne Viertelstunde vor’m Spiegel verbracht hast.

Auch matte Pomaden bleiben den ganzen Tag kämmbar und geben immer wieder die Möglichkeit, bei Bedarf die Fricke zu bearbeiten. Und – wie bei jedem Stylingprodukt – nimmt man mehr davon, wird die Frisur tighter und härter. Die richtige Menge kann man nur durch experimentieren herausfinden.

Einige Beispiele für matte Pomaden (ich habe noch keine wirklich getestet, deswegen sind das hier Links zu amazon): Layrite Natural Matte CreamREUZEL Clay Matte Pomade oder Uppercut Matt Clay Pomade.

Verwende eine Paste / matte Pomade für:

  • Nachkämmbarkeit den ganzen Tag über.
  • Kein bis sehr wenig Glanz.
  • Gesundes, natürlich aussehendes Haar.

Haarclay?

Och nöö. Moderner Spielkram in meinen Augen. Ist im Grunde wie Haargel im Ergebnis, die Matte wird hart und krümelig, vielleicht nicht ganz so übel wie bei Gel. Clays sind nicht so vielseitig wie die oben aufgeführten Pomaden, haben aber ähnliche Nebeneffekte wie Haargel. Und stinken nach Drogerie.

Haar Clay (got2b Mann-O-Mann Texture Clay)

Haar Clay (got2b Mann-O-Mann Texture Clay)

Einen habe ich mir mal testweise in die Wolle geschmiert: got2b Mann-O-Mann Texture Clay

Fazit

Mein erklärter Favorit ist ölbasierte Haarpomade. Ist oldschool, sieht oldschool aus, rockt. Ich greife auch zwischendurch mal zu wasserbasierter Pomade, wenn’s schnell gehen soll, in der nächsten Zeit ein Friseurtermin ansteht oder weil ich auch einfach zwischendurch mal Bock drauf habe. Aber als alleinige Grundlage für ein geschmeidiges Frisur-Update nach Rockabilly Art wäre das für mich nix. Und irgendwie finde ich, dass wasserbasierte Pomade verdammt nah an Haargel dran ist. Oder sehe ich das falsch? Kamm drüber!