Beyer’s Oil Bart- & Haarpomade Eisenkraut

Bastian Beyer hat mich einfach angeschrieben und gefragt, ob er mir eine Probe seiner Pomade zuschicken darf. Na klar, hab ich gesagt — und kurz darauf lag ein kleines Paket in der Post, das schon von außen Lust macht.

Das Paket

Liebevoll gestaltet, das muss man wirklich sagen. Schon das Auspacken macht richtig Spaß!

Hübsche Karten, Aufkleber, ein schöner Flyer — hier hat sich jemand Gedanken gemacht, wie sein Produkt beim Empfänger ankommt.

Kein aufgeblasener Karton mit Luftpolsterfolie und fertig, sondern das Gefühl: da steckt ein Typ dahinter, der das ernst nimmt.

Beyer'S Oli Bart- & Haarpomade Eisenkraut

Die Dose

Ein kleiner schwarzer Glastiegel. 60 ml. Sieht gut aus, macht was her im Regal. Glas ist mir bei Pomaden ohnehin immer lieber als billiges Plastik — fühlt sich hochwertiger an, und man hat das Gefühl, dass das Zeug darin auch länger hält. Der Look ist schlicht und maskulin, ohne dabei auf Teufel komm raus retro zu machen.

Duft

Dose auf, Nase rein — angenehm. Frisch, leicht zitronig, ein bisschen herb. Das ist der Eisenkraut-Duft, also Zitronenverbene, ergänzt durch Bergamotte und Lavendel. Kein aufdringliches Parfüm, eher dezent maskulin. Ich bin kein Geruchsexperte, aber das hier ist genau das Gegenteil von dieser aufgekratzten Drogerie-Synthese-Dusche, die man sonst gelegentlich in Pomadendosen findet.

Inhaltsstoffe

Und jetzt das, was mich wirklich interessiert — was steckt da eigentlich drin? Auf der Dose steht es direkt drauf, auf Englisch und mit einer gewissen Selbstironie formuliert: „Handmade, Bavaria“. und „Yes, it has a strong hold. Use the towel to get off your hands.“ Sympathisch.

Die Basis bildet Lanolin — also Wollwachs — zusammen mit Cera Alba, dem Bienenwachs, das Bastian aus einem kleinen Bienenstock im Chiemgau bezieht. Dazu kommen Bergamottöl, Tocopherol (Vitamin E), Sonnenblumenöl, das ätherische Öl der Verbena absolute — also Zitronenverbene, das besagte Eisenkraut — sowie Lavendelöl. Keine Silikone, keine Parabene, kein Mikroplastik. Wer mehr gewohnt ist, eine kilometerlange Liste synthetischer Substanzen auf seiner Pomadendose zu lesen, der braucht hier ein bisschen, um sich zu orientieren: hier steht einfach nichts drauf, was man nicht kennt.

Anwendung und Halt

Cremige Konsistenz, lässt sich mühelos und ohne Kratzen aus dem Tiegel nehmen — kein Kampf mit dem Daumennagel wie bei mancher Hartholz-Pomade. In den Fingern wird das Zeug schnell warm, verteilt sich prima, und beim Einarbeiten ins Haar kein Geziepe, kein Ziehen — das flutscht einfach rein wie es soll. Für meine Haare — glatt, dick, Fassonschnitt mit Tolle, also nicht gerade das pflegeleichteste Material — hat sie gut funktioniert. Die Tolle sitzt, die Frisur macht mit. Vom Härtegrad würde ich sie klar im mittleren Bereich einordnen — wer eine Betontolle plant, greift lieber woanders hin. Aber für einen ordentlichen Alltags-Look, der den ganzen Tag hält ohne zu steifen, ist das genau das Richtige. Man kann die Frisur noch ein bisschen nachkämmen, das Haar bleibt beweglich.

Beyer'S Oli Bart- & Haarpomade Eisenkraut

Glanz

Dezenter natürlicher Schimmer, kein Hochglanz-Geschleime. Genau richtig — die Haare sehen gepflegt aus, nicht lackiert.

Preis

32,95 Euro für 60 ml — das ist kein Schnäppchen, das muss man klar sagen. Wer gewohnt ist, seine Murray’s für ein paar Euro aus dem Regal zu ziehen, muss hier kurz schlucken. Aber: das ist ein komplett in Bayern handgefertigtes Produkt, regionale Zutaten, Bienenwachs aus dem Chiemgau, keine industrielle Massenware. Ich finde den Preis ehrlich gesagt gerechtfertigt — das ist halt der Unterschied zwischen einer Pomade vom Fließband und einer, bei der jemand tatsächlich weiß, woher die Rohstoffe kommen. Erhältlich ist sie direkt bei Beyer’s Oil, auch als 3er-Sparpack.

Fazit

Beyer’s Oil hat gehalten, was die nette Kontaktaufnahme und die Website versprochen haben. Schöne Aufmachung, klare Philosophie, angenehmer Duft, ordentlicher Halt — und das alles ohne einen einzigen synthetischen Stoff in der Dose, dazu 100% Handarbeit aus Bayern. Wer auf natürliche Inhaltsstoffe Wert legt und bereit ist, dafür ein bisschen mehr auszugeben, wird hier gut bedient. Nichts für den täglichen Schnellschuss auf dem Weg zur Arbeit vielleicht, aber genau das Richtige, wenn man’s ein bisschen sorgfältiger angehen will. Und wer noch ein Geschenk für den traditionsbewussten Vaddi sucht, der eh schon alles hat, aber Wert auf gute Dinge legt: der Glastiegel aus dem Chiemgau macht auch da eine sehr gute Figur.

Kamm drüber!